Popenkopfweitwurf als politische Disziplin

Man konnte zur Pussy Riot Betroffenheitsflut stehen wie man wollte, -entkommen, zumindest wenn man im Fratzenbuch unterwegs war, ging einfach nicht. Und einen aufgeregten Standpunkt dazu sollte man haben müssen. Wenn es auch nur der etwas blasiert angeekelte der FAZ war, der mehr oder weniger auf „lasst mich bloß mit der linksprovokativen Aktionistenscheiße in Ruhe, das wird irgendwann auch so Baader-Ensslin-Terroristenpop, mit dem unser Feuilleton noch dreißig Jahre später nervt.“ -hinauslief.

Man kann sogar nachvollziehen, daß all die plötzlich hardcorepolitisch Facebookengagierten Bilderteiler und Popstars auf Dauer etwas nervig werden. Andererseits, ein auch mal jung gewesener FAZ-Azubi wäre sicher nicht für heimlich in der Kirche saufen (wahlweise auch Weihwasser ausschütten im Marx-Geburtshaus) , rülpsen, fluchen und sich mal krass radikal fühlen für drei Jahre nach Sibirien geschickt worden.
Außerdem führt so ein großer Engagement-Storm nicht nur zu mäßig kreativen Betroffenheits-Resultaten, sondern mitunter auch zu schönen Entdeckungen, wie beispielsweise dieser hier:

Fly Putin, Fly..
Wer also statt der dummen Vögel schon immer mal mit Popen und Politikerköpfen nach widerspenstigen Weibsbildern werfen wollte, ja der sollte. Und zwar unbedingt auf diese Seite einen Blick werfen.
Die beiden litauischen Schöpfer betrachten übrigens politische Spiele als die Journalismus/Aufklärungsform des neuen Jahrhunderts. Daraus folgen nicht nur äußerst hübsche Spiele, wie z.b. der vor der Botschaft herumhüpfbare Assange, sondern, zumindest soweit es nach mir geht, auch Einladungen um mehr dazu zu erzählen. Und zwar Einladungen zu uns, so wir uns das leisten können!


4 Antworten auf „Popenkopfweitwurf als politische Disziplin“


  1. 1 Maria Luiza 11. Oktober 2012 um 15:52 Uhr

    Angry Birds durch Politiker zu ersetzten fällt bei mir leider nicht gerade in die kreative Ecke des Spielraums.

  2. 2 Administrator 15. Dezember 2012 um 3:59 Uhr

    Für kreativ halte ich vor allem, die schnelle kommentierende Funktion, die ein Spiel hier erhält, in dem es zu einer mehrdeutigen Interpretation von „Kanonen auf Spatzen“ wird.

  3. 3 vK 15. Dezember 2012 um 4:14 Uhr

    Für kreativ halte ich den Umgang mit dem Spiel als einer Art schnellem Kommentar. Einem durchaus ambivalenten Kommentar, das z.B. „Kanonen auf Spatzen“ spielbar macht.

  4. 4 Oli Emm 07. April 2013 um 4:01 Uhr

    Interessant

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